Paul Cézanne (1839-1906) Referat

„Es war mehr als ein Einfluß, es war eine Initiation. Cézanne war der erste, der
sich von der gelehrten mechanischen Perspektive abwandte“
Pablo Picasso

“Die Natur ist nicht an der Oberfläche, sie ist in der Tiefe. Die Farben sind der Ausdruck dieser Tiefe an der Oberfläche. Sie steigen aus den Wurzeln der Welt auf. Sie sind ihr Leben, das Leben der Ideen.„ Cézanne

Paul Cezanne (1839-1906) studierte dem Wunsch seines Vaters entsprechendzunächst Jura (Recht), ging dann aber 1861 nach Paris, um eine Laufbahn als Maler einzuschlagen.

Enttäuscht von der Ablehnung durch die Pariser Kunstkritik zog er sich in seine Heimat nach Südfrankreich zurück, wo er zu seinem Stil fand, in dem Form und Farbe eine völlig neue Bedeutung erhielten.

Mit seinen berühmten Gemälden der  provenzalischen (südfranzösischen) Landschaft rund um den (Berg) Mont Sainte Victoire sowie seinen zahlreichen Stilleben, Portraits und Figurenbildern und anderen Landschaftsbildern wurde er zum wichtigsten Wegbereiter der Kunst des 20. Jahrhunderts. Deshalb wird er auch „Vater der modernen Kunst“ genannt.

Stillleben

Im Gegensatz zu den anderen Impressionisten war Cézanne ab 1880 nicht mehr bereit, auf die Form zugunsten der Farbe vollständig zu verzichten. Er malte zahlreiche Stillleben und Portraits. Die “blaue Vase” (1885-1887) stammt aus dieser Zeit. Vase, Teller und Apfel erhalten eine genaue Modellierung und sind fest auf dem Tisch angeordnet.
Die breite Pinselführung auf der Vase, an der Wand oder auf dem Tisch
ermöglicht das Abtönen von Lichtwerten, wodurch der Eindruck von Räumlichkeit entsteht. Licht und Schatten erreicht der Künstler nicht mit Schwarz und Weiß, sondern durch das Abtönen der Farben: Der Schatten auf der linken Seite der Vase erscheint grün, der Schatten des Tellerrandes violett.

  • So wie Cezanne die Badenden anordnet, so gruppiert er auch die Früchte in seinen Stilleben.
  • Er kombiniert unterschiedliche Perspektiven in einem Bild.
  • Jeder Gegenstand scheint eine eigene Rolle zu spielen. In dieser Komposition hat jeder Gegenstand einen eigenen Platz.
  • Die Gegenstände sind in ruhiger Position, sie können ihre Lage nicht verändern, sie scheinen bewegungslos zu sein.
  • Die Harmonie der Farben ist bewundernswert.

Die Badenden

Eine Hinwendung zu frei erfundenen Figuren in der Landschaft bestimmt viele Werke des Spätwerks, der sogenannten „lyrischen
Periode“, wie etwa der Zyklus der Badenden; Cézanne schuf etwa 140 Gemälde und Skizzen zum Thema der Badeszenen. Hier findet sich seine Verehrung für die klassische Malerei wieder, die in arkadischen Idyllen Mensch und Natur in Harmonie zu vereinigen sucht. In den letzten sieben Jahren schuf er drei großformatige Fassungen von Die Großen Badenden (Les Grandes Baigneuses), wobei das in Philadelphia ausgestellte das größte ist mit einem Format von 208 × 249 cm. Cézanne ging es um die Komposition und das Zusammenspiel von Formen und Farben, von Natur und Figuren. Für seine Gemälde in dieser Zeit benutzte er als Vorlage Skizzen und Fotografien, da ihm die Gegenwart nackter Modelle nicht behagte. Im Jahr 1895 kam es zur ersten Einzelausstellung mit etwa 150 Gemälden in einer Pariser Galerie.

  • Die Badenden sind nach Geschlechtern getrennt (gruppiert), und sind umschlossen von einer Naturbühne.
  • Die Komposition besteht aus vielen Dreiecken.
  • Cezanne wollte kein Ideal darstellen. Seine Badenden sind keine Individuen mehr, sie sind Objekte. Er verallgemeinert seine Figuren, wie die Landschaft, um eben beiden künstlerisch das gleiche Gewicht zu geben.
  • Er verwendete Fotografien oder Skizzen als Modelle.

Montagne Sainte-Victoire

Die Gegend um das Gebirge Montagne Sainte-Victoire zählte zu einem der wichtigsten Themenkreise der späten Jahre.
Eine genaue Naturbeobachtung war Voraussetzung für Cézannes Malerei: „Um eine Landschaft richtig zu malen, muß ich auch zuerst die geologische Schichtung erkennen.“ Insgesamt malte er mehr als 30 Ölbilder sowie 45 Aquarelle des Gebirges, und er war stets darauf bedacht, „Konstruktionen und Harmonien parallel zur Natur“ zu finden.

Ende der Achtziger Jahre zog Cézanne wieder nach Aix. Dort entstanden die berühmten Bilder des Berges von Sainte-Victoire, den Cézanne in allen Variationen immer wieder malte. Die feste Bildanordnung wird jetzt nicht mehr durch die Ränder von Gegenständen begrenzt, sondern durch die Farben. Grenzen der Farben sind auch Grenzen der Form. Das Licht wird allein durch die Farbe wiedergegeben. Größte Helligkeit wird durch größte Farbintensität wiedergegeben. Die hellen und dunklen Farbflecken fließen nicht, sondern sind ein Ort der Ruhe. An manchen Stellen hat der Maler die Leinwand durchscheinen lassen, ohne Ölfarbe aufzutragen. Die weißen Felder betonen die Zweidimensionalität der Farbe und verleihen ihr somit mehr Ausdruckskraft.

In den letzten Lebensjahren erzielten die Bilder des Künstlers zwar ansehliche Preise, doch er zog sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Am 23. Oktober 1906 starb Cézanne in seiner Wohnung in Aix an einer Lungenentzündung, nachdem er beim Malen in ein Unwetter geraten war.

  • Für das abgebildete Werk verwendete er Ölfarben auf einem Hintergrund aus Segeltuch.
  • Der Stil, die Technik und die Farbgebung ähneln sehr dem Aquarell.
  • Die Farben sind hell und warm. Cezanne hat das Bild sehr räumlich gemalt.
  • Der Berg ist in kalten Farben gehalten, um optische ferne darzustellen.
  • Die Wiesen sind nur in Grün und zum Teil auch Grautönen dargestellt. Teilweise aber auch in grünbraunen, um die Natur besser einzubringen.

Wichtige Merkmale seines Stils:

–   Cezanne ist nicht an seelischen oder symbolischen Bezügen interessiert, sondern auf dem Erlebnis. Sein Ziel war es, aus dem Impressionismus etwas „Solides“ zu machen. Cezanne geht es nicht um Stimmung und Handlung, sondern um Form, Farbe und Struktur. Cezanne malt, was er sieht, und nicht das, was er weiß. Er sieht die Natur in einem ursprünglichen Zustand und setzt das Gesehene um in eine neue, von einen Empfindungen getragene Wirklichkeit, er „realisiert“ die Natur neu.

„Malen heißt nicht, den Gegenstand sklavisch kopieren; Malen heißt eine Harmonie zwischen zahlreichen Verhältnissen erfassen, sie in eine eigene Farbskala übertragen, indem man sie nach einer neuen und originellen Logik entwickelt.“ Cezanne

  • Seine Bilder sind sehr Kompakt, die Farbe wird im Hintergrund nicht schwächer, sondern sie hat überall im Bild die gleiche Intensität.
  • Cezanne verwendete offensichtlich nur wenige Farben.
  • Er malte fast ausschließlich in der Gegend von Paris und in seiner Heimat Aix-en-Provence.

Quellen:

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/CezannePaul/index.html

http://www.seilnacht.com/Lexikon/Cezanne.htm